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Kilowatt statt Kuhmilch – Landwirt Peter Rudel auf neuen Wegen - Ein Besuch beim Bauernhof Rudel in Ammerndorf.
Ammerndorf Juni 2009 – Anfang Mai 2009 reichte Landwirt Peter Rudel einen Antrag beim Gemeinderat ein um, die Genehmigung für eine
großflächige Photovoltaikanlage direkt neben seinem Bauernhof am Schleifweg zu erreichen.(siehe Sitzungsniederschrift) Mit seinem erneuten Anlauf will er das bereits
Mitte 2007 geplante Projekt noch einmal aufgreifen. Damals hatte es aufgrund mangelnder Bereitschaft einiger Grundeigentümer keine Lösung gegeben (wir berichteten…). Gemeinderat Christian Dorn besuchte den Landwirt auf seinem Hof und
sprach mit Ihm über die Aussicht auf Realisierbarkeit der Photovoltaikanlage, sowie über die derzeitige Lage der Landwirtschaft (vor allem der Milchviehhaltung).
Die vorgesehene Fläche am Schleifweg östlich des Bauernhofes
Nach den Ausführungen des Landwirts können auf der maximal ca. 4 Hektar großen Anlage
ca. 1.400.000 Kilowatt Strom pro Jahr erzeugt werden, was einem Dieselverbrauch von umgerechnet 560.000 Litern entsprechen würde. In seinem Schreiben betonte Rudel auch
die Verantwortung der jetzigen Generationen für die Zukunft. Zuversichtlich stimmten Rudel die Aussagen von Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg, der keine weiteren
Atomkraftwerke mehr bauen will. „Das mit Asse (atomares Endlager) ist doch eine Sauerei“ schimpft Rudel. „Jeder Privatmann müsse seinen Müll ordnungsgemäß entsorgen. Und die
hauen einfach Atommüll in den Bunker und schütten etwas Salz drauf“.
Um die Investition zu stemmen will Rudel auch andere Investoren am
Projekt beteiligen und sieht auch die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung, wie es bereits bei Projekten dieser Größenordnung in anderen Gemeinden gemacht wurde. Nach seiner Ansicht
gebe es sicherlich noch Investoren, die hier mitmachen würden. Auch mit Banken wolle er noch intensiver sprechen um die Finanzierung auszuloten. Die Gemeinde sollte da ebenfalls mitziehen und die Sache mit
anschieben wünscht sich Landwirt Rudel. Er ist auch gespannt wie sich das Landratsamt zu dem erneuten Antrag stellt, da vor zwei Jahren die Behörde sich hier noch ablehnend geäußert hatte.
Vierzig Kühe stehen bei Rudel im Stall. Die Milchviehhaltung ist aufwändig. Und bei gerade mal 24 Cent Milchpreis lebt man im Moment von der Substanz.
„Deine Rechnungen kommen monatlich rein. Da fragt dich keiner wie du das hinkriegst“ sagt Peter Rudel. Mutter Betty Rudel wundert sich als Fotos im Melkstand gemacht werden. Da werden
wohl die letzten Kühe fotografiert? Mit ihren 68 Jahren steht sie noch jeden Tag im Melkstand und unterstützt somit den Familienbetrieb. „Seit 50 Jahren mache ich das jetzt schon. Samstags und
Sonntags“ erzählt die Bäuerin und erledigt dabei routiniert ihre Arbeit im Melkstand. „Vielleicht kriege ich ja dafür einen Orden“ nimmt es Frau Rudel mit Humor und lacht dabei.
Die alternative Stromerzeugung sieht der Landwirt als wichtiges Standbein in der Zukunft. Wenn alles funktioniert überlegt Landwirt Rudel aus der
Milchviehhaltung auszusteigen. In der Zukunft –so prognostiziert Rudel – wird es irgendwann „Schaubauernhöfe“ geben, wo sich unsere Kinder die Tiere anschauen können und bei der Arbeit
auf dem Bauernhof mitmachen dürfen.
Locker lassen will Rudel in seinem Vorhaben nicht. Er werde da bei der Gemeinde noch mal
nachfassen um auch möglichst bald über die Aussagen der Behörden zu erfahren. Er zeigt sich jedenfalls optimistisch hier was zu bewegen. Wir werden dazu wieder berichten. CD
Der Blick geht nach vorn. Peter Rudel vor seinem Stall der bereits seit Jahren alternativen
Strom durch Photovoltaik erzeugt. “Global denken und regional zukunftsorientiert zu handeln muss doch unsere Devise sein” - so argumentierte der Landwirt in seinem Antrag an den Gemeinderat. |